Hurengespräche

Kunst & Kulinarisches im Gambrinus trifft Bacchus

Hurengespräche - das Stück

Berlin O, nachts in einem Bouillonkeller. Anfang des letzten Jahrhunderts. Olga, Pauline, Rosa, Alma, Pinselfrieda, Bollenguste, Lutschliese und Minna - acht Frauen aus dem Berliner „Milljöh“ erzählen einander ihre Geschichten.

Theater

Alle Frauen stammen aus der untersten Unterschicht. Sie nennen sich selbst „Huren“, sie alle gehen aber auch anderen Beschäftigungen wie Fabrikarbeiterin, Blumenfrau oder Aktmodell nach. Unsentimental und direkt schildern sie ihre Erlebnisse. Durch die Umstände gezwungen, verdingen sie sich auch als Huren. Früh in der Kindheit haben sie ihre Unschuld verloren, zum Teil durch den eigenen Vater vergewaltigt. Die Frauen träumen von einem anderen Leben, wohl wissend, dass die sozialen Umstände, die man gelnden Aufstiegs- und Bildungsmöglichkeiten für Frauen ihr Dasein als Hure, Ehefrau und Mutter zementieren.

Termine

Spargel Satt
15. & 16. Mai 2016
4. Juni 2016

Beginn

20.30 Uhr
Einlass 19.00 Uhr

Eintrittskarten

40 €

inbegriffen sind Aufführung und 3-Gang Spargel-Menü (ohne Getränke)

  • Begrüßungssekt
  • Vorspeise
  • Hauptgang
  • Dessert

Heinrich Zille (1858-1929) - der Autor

Als Zeichner und Photograph war Heinrich Zille der wohl wichtigste und auch populärste Chronist des Berliner Milieus. Seiner scharfen Beobachtung entgingen auch die haupt städtischen Schlafstuben, Absteigen und Bouillonkeller nicht, in denen sich in besonderer Verdichtung das soziale Elend Berlins widerspiegelte. Unmittelbar am Vorabend des 1sten Weltkriegs veröffentlichte er unter dem Pseudonym W. Pfeifer dem Volksmund abgelauschte „Intimitäten“, versah sie mit Illustrationen, und gab ihnen den Titel „Hurengespräche“. Die Obrigkeit reagiert wie erwartet und die „Hurengespräche“ wurden von den kaiserlichen Zensoren in die Illegalität verbannt. Dennoch hat dieses Werk als authentische Sozialstudie zum Berliner Dirnenmilieu überlebt und erinnert damit an ein anderes Leben in Berlin-Mitte als wir es aus unseren Tagen kennen.

Peer Martiny

Heinrich Zille
Selbstporträt (1922)


Peer Martiny - Inszenierung/Regie

... hat sich für seine Inszenierung der „Hurengespräche“ das „Gambrinus trifft Bacchus“ ausgesucht. Eine Restauration im Souterrain des Hauses Krausnickstraße 1, Ecke Oranienburger Straße in Berlin-Mitte, in Zilles Kiez. So oder so ähnlich könnte es sich hier vor 100 Jahren zugetragen haben. Die Figuren in dem „Kellerstück“ berlinern, ihre Sprache ist so derb wie die Verhältnisse in denen sie leben müssen. Die sozialen Verhältnisse haben sich geändert. Das Leben ist ein anderes geworden, zumal in Berlin-Mitte. Die Rolle der Frau in der heutigen Gesellschaft hat sich geändert. Draußen, vor dem „Gambrinus trifft Bacchus“, in der Oranienburger Straße stehen Damen in Lack, Leder und High Heels, zu jeder Jahreszeit. Manche berlinern, manche haben einen ausländischen Akzent. Sie hat noch keiner belauscht.

Berlin O 2014.

Peer Martiny


Peer Martiny war Regieassistent an den Münchner Kammerspielen und arbeitete dort mit Regisseuren wie Thomas Langhoff, Werner Herzog, Herbert Achternbusch, George Tabori, Dieter Dorn, Franz-Xaver Kroetz und anderen.

Eine jahrelange, intensive Zusammenarbeit verband ihn auch mit den Salzburger Festspielen.

Seit 1987 arbeitet er als Regisseur, unter anderem von 1990 – 1993 als Hausregisseur am Berliner Schillertheater.

Als Schauspieler kennt man ihn aus Filmen wie „Die fetten Jahre sind vorbei“, „Die Eisbombe“ oder Herbert Fritsch „hamletX“ Projekt, sowie zahlreichen TV Produktionen.

Zuletzt arbeitete er mit dem Regisseur Brian de Palma für dessen Film „Passion“.

Auf der Bühne war er unter anderen in den Münchner Kammerspielen, der Schaubühne in Berlin oder dem Gorki Theater zu sehen.

Für das ZDF realisierte er 2005 den Dokumentarfilm „Keine Zeit verschwenden, der Schriftsteller Thomas Strittmatter“.

Zudem ist er auch als Autor tätig und schrieb neben Theater- und Prosatexten auch für verschiedene deutsche Tageszeitungen.

Im Bereich der Unterrichtung war er für die Münchner Otto-Falckenberg-Schule tätig, ist mit dem Actors Space Berlin verbunden und liest gelegentlich seine lecture-performance „Kommunikation zwischen Regie und Schauspiel“, wie zuletzt an der Lazi Akademie in Esslingen.


Das Ensemble - Die Darstellerinnen


Juliette Fonfara
spielt Rosa und
Pinselfrieda


Rea Andrea Kurmann
spielt Bollenguste


Irina Wrona
spielt Pauline


Emilia-Rosa von Heiseler
spielt Alma und
Lutschliese


 

Sonderkarte Zille - Kulinarische Begleitung

ausgewählte Berliner Spezialitäten und vegetarische Leckerbissen

 

Reservierung

per E-Mail: mail@gambrinus-trifft-bacchus.de oder
per Fernsprecher: 030 - 282 60 43